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Band 2: Von Meister Ekkehart bis Goethe

Hiermit legen wir den 2. Band von Dr. Kusserows Hauptwerk in neuer Auflage vor. Auch in diesem Band mußte manches verbessert werden, einige Nachtrags-Kapitel umgestellt werden, einiges geändert und gestrafft werden. Wesentliche Änderung ist, daß dieser Band - anders als in der Erstauflage - nicht die Kapitel bis hin zu Nietzsche umfaßt, sondern mit Goethe, Hölderlin und dem Aufbruch in den Befreiungskriegen endet.

Der Durchbruch zu neuem Glauben erfolgte nämlich nicht erst im 20. Jahrhundert, sondern im letzten Jahrhundert. Goethe und Hölderlin haben ihre Abneigung gegen das Christentum noch mit Bezug auf die griechische Antike bezogen. Die nationale Begeisterung im Widerstand gegen die französische Besetzung durch die napoleonischen Truppen führte dann verstärkt dazu, den Blick auch auf die eigene Vergangenheit zu richten, in Vorgeschichte und Religion, sowie die eigenen Bräuche als wertvolles Kulturgut wiederzuentdecken. Hier sind insbesondere die Gebrüder Grimm zu nennen, die mit ihren Märchen- und Sagensammlungen, der Deutschen Mythologie, den Deutschen Rechtsaltertümern bahnbrechend gewirkt haben. Aber auch Uhland und andere haben ihren Blick auf die germanische Religion gerichtet, Mannhardt hat die Feld- und Waldkulte erforscht, und dies alles war die Voraussetzung dafür, Religionsgemeinschaften aus eigenem naturreligiösem Glauben heraus wieder-zubegründen, wie es dann in diesem Jahrhundert geschah.

Aber auch die wesentlichen Waffen zur Überwindung des Christentums wurden nicht in diesem, sondern im letzten Jahrhundert geschmiedet. Die Praxis des Christentums entlarvte Otto von Corvin mit einem Buch, das 1845 erschien, und das noch heute immer wieder neue Auflagen unter dem Titel "Der Pfaffenspiegel" erfährt. Es ist heute nach wie vor lesenswert, wobei nicht verschwiegen werden soll, daß die Forschung in manchem noch mehr Kritisches herausgefunden hat, wozu auf Karlheinz Deschners bahnbrechendes Werk "Abermals krähte der Hahn" verwiesen wird. Aber nicht nur die Praxis wurde kritisiert, sondern die religiösen Grundlagen des Christentums selbst.

Hier sind einmal neben Feuerbach zu nennen Eugen Dühring mit Ausführungen über "Ersetzung der (christlichen) Religion durch besseres". Besonders aber natürlich Nietzsche, der den moralischen Anspruch und die moralische Selbstgerechtigkeit der Christen entlarvte, zertrümmerte und eine "Umwertung aller Werte" forderte. Und noch von einer dritten Seite neben der Geschichtswissenschaft und der Philosophie her wurde die entscheidende Grundlage zur Überwindung des Christentums im letzten Jahrhundert gelegt: Mit Darwins "Entstehung der Arten", welche Grundgedanken dann durch Haeckel weit ins Volk getragen wurden - auch mit der zutreffenden antibiblischen Auslegung -, wurde die Schöpfungsgeschichte der Bibel als Aberglaube entlarvt, und damit der Bibel der Rang eines "Wort Gottes" genommen, sie zum mehr oder weniger glaubwürdigen Märchen-, Legenden- und Geschichtsbuch abgewertet.

Alle diese wesentlichen Ereignisse erfolgten im letzten Jahrhundert, so daß wir den 3. Band nicht mit diesem Jahrhundert beginnen lassen wollen, sondern mit der Romantik. Die am Ende der Erstauflage des 2. Bandes stehenden Kapitel sind also nicht ersatzlos weggefallen, sondern werden aufgrund dieser sinnvolleren Einteilung zu Beginn des 3. Bandes stehen, den wir im kommenden Jahr herausbringen werden.

Hamburg, zur Tag- und Nachtgleiche Herbst 3797 n. St.

Jürgen Rieger


2. verbesserte Auflage, 3797 n. St., 280 Seiten

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